13.02.2020 /

Hochmotiviert, zielstrebig und loyal: Frauen lassen sich nicht aufhalten

Lesezeit ca. 5 min

Von zivilen Protestbewegungen bis hin zu weltweiten Aktionsmärschen: In den letzten zwei Dekaden haben Organisationen und Verbände gemeinsam zu einem erheblichen Fortschritt in Sachen Gleichberechtigung und Frauenrechte beigetragen. Obwohl ein deutlicher Trend hin zu einem ausgeglichenen Verhältnis von Männern und Frauen am Arbeitsplatz zu erkennen ist, bleiben aktuelle Studien zur Besetzung von Führungspositionen ernüchternd. Die Kontrollgremien deutscher Unternehmen sind aufgrund der Frauenquote von 30 Prozent zwar weitgehend mit Frauen besetzt, jedoch sieht es im Vorstand eher betrüblich aus. Während der Anteil an Frauen in den Vorständen der Dax-30-Unternehmen gerade einmal bei 13,8 Prozent liegt, ist vor allem die Frauenquote in der Führungsetage der Top-200-Unternehmen in Deutschland erschreckend niedrig: Gerade einmal
9 Prozent
der Vorstandspositionen werden von Frauen übernommen. Doch die Umstrukturierung im Personalwesen hat auch Erfolge zu verzeichnen. Insbesondere in der Pharmaindustrie sind positive Entwicklungen erkennbar, denn die einstige Männerdomäne weist laut vfa eine Frauenquote von 41,4 Prozent auf. Auch in der Belegschaft der Führungsebene liegt der Frauenanteil inzwischen bei 17,6 Prozent. Die Pharmabranche erfreut sich an den vielversprechenden Geschlechterquoten, doch damit ist es noch lange nicht getan. Auch die anderen Branchen müssen langfristig umdenken und gegensteuern.

Für uns gehört es zum Selbstverständnis, dass gerade Frauen im Management zum Wachstum beitragen und das Kompetenzniveau anheben. Daher bestehen wir als good healthcare group schon heute nahezu zu 70 Prozent aus Frauen, wobei zwei Drittel des Managements ebenfalls mit Frauen besetzt sind. Unsere Personalentscheidungen folgen dabei keinen festgelegten Quoten, ausschließlich die fachliche Qualifikation, Softskills sowie überzeugende Bewerbungen sind ausschlaggebend. Wie wir durch diese Chancengleichheit profitieren und welche Benefits Unternehmen durch mehr weibliche Teammitglieder gewinnen, zeigt unser kleiner Appell für Gleichberechtigung:

 

Qualifiziertes Fachpersonal: Der Frauenanteil im Studium nimmt zu

Wer immer noch glaubt, dass Männer in akademischer Hinsicht die Nase weit vorn haben, irrt sich, denn die Zahl weiblicher Studierender steigt stetig. Im EU-Durchschnitt studieren insgesamt sogar mehr Frauen als Männer (54,1 Prozent). In Deutschland ist dabei auch die Anzahl an weiblichen Promovierenden in den letzten 10 Jahren deutlich gestiegen und lag bereits 2015 bei über 40 Prozent. Aus Erfahrung wissen wir, dass gerade in der Pharmabranche und speziell dem Pharmavertrieb, wo Healthcare-Professionals auf Augenhöhe mit den Vertriebsmitarbeitern kommunizieren müssen, diese Qualifikation eine große Rolle spielt. Aber auch in vielen anderen Branchen zählt die Ausbildung zu den wichtigsten Auswahlkriterien. Wer als Arbeitgeber also stets die qualifiziertesten Mitarbeiter finden möchte, kann sich Scheuklappen in puncto Geschlecht ganz einfach nicht leisten.

 

Ambitioniert ans Ziel – Frauen kämpfen sich hoch

Weibliche Bewerber für Führungspositionen haben es grundsätzlich nicht leicht, darüber hinaus werden Positionen oftmals nur intern über Connections vergeben – meistens an Männer. Was wir innerhalb unseres Unternehmens beobachten, ist, dass unsere weiblichen Kollegen gerade aufgrund dieses Ungleichgewichts in der Wirtschaft eine extrem hohe Motivation entwickelt haben, ihre beruflichen Ziele zu erreichen. Sie sind sehr zielstrebig, blicken über den Tellerrand und wollen sich stets weiterbilden, wodurch sie unsere Ziele optimal unterstützen können. Gleichzeitig sind Mitarbeiter – egal ob Männer oder Frauen –, die intern gute Chancen erhalten, ihren beruflichen Weg mitzugestalten und sich innerhalb des Unternehmens weiterzuentwickeln und aufzusteigen, in den meisten Fällen sehr loyale Arbeitnehmer, die Firmen mit ihren ausgezeichneten Leistungen lange erhalten bleiben. Die Investition in Talente lohnt sich für Arbeitgeber also doppelt. Zum einen bilden sie hochqualifiziertes Personal aus, zum anderen profitieren sie von starken, motivierten und loyalen Teammitgliedern, die die eigene Vision auch langfristig unterstützen wollen.

 

Mehr Vielfalt fördert die Wettbewerbsfähigkeit

Zu guter Letzt sollten Frauen schon deshalb gleiche Chancen erhalten, weil ein ausgeglichenes Verhältnis von Männern und Frauen auf jeder Unternehmensebene, also eben auch in der Führungsetage, für die besten Ergebnisse sorgt. Gemischtgeschlechtliche Teams arbeiten bewiesenermaßen erfolgreicher und es kommt im Vergleich zu homogenen Kollegien zu weniger Konkurrenzkämpfen, dafür aber zu einem ausgeprägten Wir-Gefühl, das auch ökonomische Vorteile mit sich bringt, wie die amerikanische Organisation Catalyst zeigt. Zudem ist der Anteil von Frauen und Männern an der Weltbevölkerung annähernd gleich. Um seine Zielgruppen zu erreichen, kann es also nicht von Vorteil sein, wenn lediglich eine Geschlechtergruppe alle Entscheidungen trifft. Eine internationale Studie der Strategie- und Unternehmensberatung McKinsey hat den Zusammenhang von Diversität und Unternehmenserfolg inzwischen sogar für den privatwirtschaftlichen Sektor wissenschaftlich belegt. Basierend auf einem Datensatz von 1007 Unternehmen in zwölf Ländern, davon 65 in Deutschland, sowie einer größeren Anzahl finanzieller Leistungsindikatoren zeigt sich deutlich: Mehr Vielfalt im Top-Management, also im Vorstand plus zwei bis drei Ebenen darunter, macht den größten Unterschied in puncto Erfolg. Dabei ist es besonders der Frauenanteil im Management, der hier weltweit den stärksten Einfluss auf den Geschäftserfolg ausübt. In deutschen Unternehmen mit einem hohen Anteil an Frauen in der Führungsebene verdoppelt sich sogar die Chance, überdurchschnittlich profitabel zu sein. Männer und Frauen ergänzen sich und gerade die Führung profitiert von einer Vielfalt an Perspektiven und Kompetenzen – in einer globalisierenden Weltwirtschaft enorm relevant! Diversität wird hier zum entscheidenden Wettbewerbsvorteil, auf den Unternehmen nicht verzichten sollten.

Fazit

Natürlich müssen für eine höhere Frauenquote mitunter auch neue und verbesserte Strukturen geschaffen werden. Allen voran fordern viele Frauen, aber auch männliche Kollegen, noch immer eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Unternehmen müssen effiziente Teilzeitmodelle entwickeln und die Arbeit langfristig insgesamt flexibler gestalten, um die besten Mitarbeiter zu halten. Die voranschreitende Digitalisierung macht dies jedoch zunehmend einfach und Ausreden können Arbeitgebern auf dem Arbeitsmarkt schnell wertvolle Potenziale rauben. Langfristig werden sich vor allem die Unternehmen durchsetzen, die auf die Talente aller (potenzieller) Mitarbeiter setzen, unabhängig von ihrem Geschlecht.

HEALTHCARE IM STURM


Wie sieht die Zukunft des Außendienstes in modernen Vertriebskonzepten aus? Zugangsbeschränkungen in Arztpraxen, Apotheken und Kliniken nehmen zu. Gleichzeitig werden Therapieansätze komplexer und individueller. Der Informationsdruck steigt. Der Pharmavertrieb muss lernen, seiner Zielgruppe zuzuhören und Informationen auf den Punkt zu liefern. Mehr Selbstbestimmung bei Ärzten und Patienten erfordert ganzheitliche Vertriebsstrategien.

 

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